Interview: Deine Mutter

WG Konzerte mit Stagedivern, schäbige Rotlicht-Motels in Polen und einschneidende Erfahrungen auf Erlanger Bühnen? Deine Mutter hat sicher schon einiges erlebt. Im gemütlichen Interview haben uns 2/8 der Band, Jakob (Keyboard) und Tim (Bass), von ihren bisherigen und kommenden (12.06. Dezibel Erlangen!) Abenteuern mit Deine Mutter erzählt und sich zu guter letzt auch noch unseren 10 Kurzen gestellt.

Beschreibt eure Musik in drei Worten:
Jakob: Sexy
Tim: ekstatisch und… hip!

Wie kam es zur Bandgründung?
Tim: Wir haben gesagt: „Wir machen ne Band“ und alle in unserem Freundeskreis, die ein Instrument spielen konnten haben gesagt bekommen: „Du spielst Klarinette! DU BIST IN DER BAND!“

Wie läuft das Songwriting ab?
Jakob: Es kommen viele Ideenschnipsel von vielen Leuten. Es gibt so einen Grundrahmen an Leuten, die mit einem Riff ankommen. Zum Beispiel der Andi oder der Marci, der oft schon sehr komplex dabei denkt und das sehr ausarbeitet. Entweder ist es zu schwer oder zu leicht. Dann wird’s zerrupft und in der Bandprobe neu zusammen gebastelt. Dann kommt meist etwas Songmäßiges bei raus. Dazu bekommt das dann noch einen komischen Namen.

Warum bedient ihr eigentlich ausgerechnet das Genre Rock’n’Roll?
Tim: Das ist so der kleinste gemeinsame Nenner, weil doch jedes Bandmitglied etwas anderes hört. Rock’n’Roll ist recht einfach und tanzbar.
Jakob: Es geht halt ab, ohne Probleme!

Mit acht Leuten auf der Bühne geht es ja auch ordentlich ab. Sind da schon mal Unfälle oder Zusammenstöße passiert?
Jakob: Nichts, was im Rahmen des Musikzierens nicht eh drin ist.. Blasen an den Fingern, die dann aufplatzen und ihre Spuren hinterlassen oder aufgerissene Finger.
Tim: Aber nichts, das aufgrund zu vieler Leute auf der Bühne passiert ist. Nee, da kann ich mich nicht dran erinnern. Wir sind sehr vorsichtig.
Jakob: Wir mögen uns ja.

Deine Mutter live beim Rock'n'Roll lives in Fürth
Deine Mutter live beim Rock’n’Roll lives in Fürth

Was war denn so das Schönste das ihr je auf einem eurer Konzerte erlebt habt?
Tim: Ich glaub das Schönste war, als wir in Würzburg mal in einer WG gespielt haben. In einer vollen  Küche.  Alle waren total besoffen und das war total geil. Dauernd wurden Leute gestagedived. In einer Küche kann man halt nicht stagediven, die Leute sind dauernd an der Decke lang geschrappt.
Jakob Das war absolute Ekstase.
Tim: Hmm..
Jakob: Der Raum war nicht groß, das war sehr reduziert.
Tim: Ja, sehr reduziert.
Jakob: Dadurch sehr extrem.
Hier ein kleiner Eindruck vom WG-Konzert: http://t1p.de/lmie

Beendet mal folgenden Satz: „Wenn deine Mutter live spielt, dann..
Tim: …gibt’s ordentlich was auf die Mütze!“

Ihr habt in Polen auf dem Gjwarki Festival gespielt. Was hat euch nach Polen verschlagen?
Jakob: Herzogenaurach!
Tim: Wir sind in der Musikinitiative in Herzogenaurach unterwegs und sind da Mitglieder des Herzens! Ruffy, unser Mischer hat da sein Studio und die sind alle ganz cool drauf. Herzogenaurachs Partnerstadt ist Gwarki. Die schicken jedes Jahr eine deutsche Band nach Gwarki und eine polnische Band kommt dann nach Herzogenaurach. Dieses Mal wurden wir auserwählt und haben einen Bus und ein schäbiges Stundenmotel mit Rotlichtbeleuchtung bekommen.
Jakob: Ja, das war super geil!

Was unterscheidet das polnische Publikum vom Publikum hierzulande?
Jakob und Tim: Sie verstehen einen gar nicht.
Tim: Na ja das war halt so ein großes Stadtfest. Ein Kumpel hat unter ein Foto gepostet: #Rentnerdisco
Jakob: Man wusste nicht, ob sie es gerade feiern oder nicht feiern. Aber im Endeffekt glaub ich schon, dass sie es gefeiert haben.
Tim: Ja, eher zurückhaltend. Das waren nicht die Art Menschen, die auf Konzerten abspacken und rumdancen.
Jakob: Man konnte es eher an der Tatsache festmachen, dass es mehr Menschen im Publikum geworden sind, die sind jetzt gefühlsmäßig nicht durchgedreht. Wobei wir auch sehr weit vom Publikum entfernt waren, die Stimmung war schwer spürbar.

Deine Mutter live @ Rock'n'Roll lives in Fürth
Deine Mutter live @ Rock’n’Roll lives in Fürth

Ihr spielt am 12.06.2015 im Dezibel in Erlangen. Was sind denn so eure Erwartungen ans Erlanger Publikum?
Tim: Wir haben bisher einmal in Erlangen gespielt. Im Strohalm.
Jakob: Da war ich noch nicht mal dabei!
Tim: Das war ca. unser fünfter Gig. Damals war leider nicht viel los. Ich denke die Erlanger sind nicht anders als die Fürther oder die Nürnberger..
Jakob: Doch! Die sind ganz anders. Das wird eine ganz neue, einschneidende Erfahrung und uns vollkommen überrennen!
Tim: Ich denke mal, dass man uns in Erlangen noch nicht so gut wie in Fürth oder Nürnberg kennt.

Wie würdet ihr die Musikszene in der Region generell beschreiben?
Tim: Gerade in Fürth finde ich die Szene ziemlich cool. Da sich alle kennen und alles sehr vernetzt ist.
Jakob: Sehr offen.
Tim: Mir ist vor Kurzem aufgefallen, dass es relativ wenige Tanzbands gibt. Es gibt vielleicht fünf bis acht Bands in der Region bei deren Konzerten man einfach tanzen kann. Dagegen gibt es halt ganz viel „Gewaberpop“.
Jakob: Oder eben die Elektroschiene.

Wie verliefen bei euch die Aufnahmen zu eurer EP „Lips Of Shame“? Habt ihr irgendwelche Tipps für andere Bands?
Tim: Nehmen Sie bei Red Audio Studios in Herzogenaurauch auf! Es war sehr gut!
Jakob: Ja, sehr entspannte Angelegenheit.
Tim: Wir haben an zwei Wochenenden aufgenommen und ich glaub wir waren alle nicht erfahren. Es war an sich eine gute Erfahrung. Vermutlich sind wir nicht die besten Typen um Tipps zu geben.
Jakob: Da fällt mir etwas ein, einen Tipp der uns von Ruffy, unserem Studiohomie, gegeben wurde. Das was wir direkt richtig gemacht haben ist: Gefühl. Wir sind jetzt technisch nicht perfekt, aber Gefühl war da. Andere Bands. die sich mit ihrem technischen Know-How zwei Wochen einmieten, bekommen oft weniger auf die Reihe in der Zeit..
Tim: Wir haben auch nicht nach Klick eingespielt. Da ist das Feeling besser.

10 Kurze

10 Kurze mit Jakob & Tim
10 Kurze mit Jakob & Tim

Live oder Studio?
Tim: LIVE!
Jakob: *nickt begeistert*

Welchen Song habt ihr zuletzt lauthals mitgesungen?
Jakob: I wanna be like you
Tim: Rip it up

Wann habt ihr zuletzt gelogen?
Stille…
Jakob: Ich lüge niiiie… JETZT!
Tim: Ich schon…

Vinyl oder Download?
Jakob: Hmm.. irgendwas dazwischen.
Tim: Eigentlich müsste man als Rock’n’Roll Band ja Vinyl sagen.
Jakob: Nee..
Tim: Eigentlich.. ähem nee das ist ja dann illegal. Joa so eine Mischung.

Fahrrad oder Ferrari?
Beide: Fahrrad!

Disco oder Bar?
Beide: Bar

Das macht euch fuchsteufelswild?
Tim: Nazis
Jakob: Total

Wenn ihr an Erlangen denkt, denkt ihr an?
Jakob: Drauf!
Tim: Was?
Jakob: Drauf
Tim: Drauf?!
Jakob: Drauf..
Tim: Ich denke dann ans E-Werk, sonst gibt’s da ja nichts.. *Lacht*

Pflanzen – essen oder rauchen?
Jakob: Rauchen.
Tim: Essen.

Gehen oder bleiben?
Jakob: Am liebsten bleiben.
Tim: Puh! Da bin ich gerade in einer schwierigen Situation. Da kann ich mich gerade nicht entscheiden.
Jakob: Na, dann bleibste halt noch ein bisschen..

Das wolltet ihr schon immer mal loswerden?
Tim: Meinen Oberlippenbart!
Jakob: Nein, das willst du nicht..

Hier findet ihr die Fotos von unserer Rock’n’Roll Night mit Deine Mutter.

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