Hey Du! – Geh mal vor die Tür

Du sitzt mit dem Smartphone in der Hand auf deinem Bett und scrollst gelangweilt durch Facebook. Schon wieder ein Post über irgendeine Konzertveranstaltung. Die Bandnamen hast du noch nie gehört. Du überwindest dich dennoch mal in die Aufnahmen reinzuhören. Dein Gedanke: „Puh.. Ob sich das wirklich lohnt?“

Doch du gehst trotzdem hin.

Ohne große Erwartungen stehst Du mit deinem Bier in der Hand vor der Bühne. Während dem Du noch an deinem Bier nippst, ertönt der erste Akkord und die Stimme der Sängerin erhebt sich. Die Spielfreude schwappt über. Nach der Show ist die Luft im Club bereits etwas angeheizt.

Die nächste Band besteigt die Bühne. Vier Jungspunte, die spielen als wären sie mit ihren Instrumenten verschmolzen. Ein Sound an den die Youtube-Videos, die Du arrogant belächelt hast, nicht annähernd rankommen.

Bald wird es Zeit für die letzte Band. Der Gitarrist besteigt die Bühne und beginnt das Intro, die anderen Musiker folgen nach und nach. Der Sound wird immer fetter, der Platz auf der Bühne immer geringer. Der Platz vor der Bühne ebenfalls. Der Club ist mittlerweile voll. Das Intro spielt weiter. Der Sänger begibt sich vors Mikro und durchbricht das Intro mit seiner charmanten Begrüßung, bevor es final über Dir zusammenbricht. 10 Songs später ist kein trockener Faden mehr an Dir, deine Füße schmerzen vom Tanzen, im Club sind es gefühlte 60 Grad. Die Band auf der Bühne, deren Bandnamen Du vor wenigen Stunden noch mit einem amüsierten Augenbrauenzucken abgetan hast, wirkt plötzlich wie die Droge, die Dich in eine lang ersehnte Ekstase versetzt. Die Musiker geben alles. Rock’n’Roll, Reggae, Rap, Screamo – was können die eigentlich nicht?! Nach 100 Minuten Ekstase endet die Show und hinterlässt Dich sprachlos und wider Erwarten mit einer neuen Lieblingsband.

Zu Hause hörst du dann doch nochmal in die Songs der Band rein. Wow! Plötzlich klingt das ganz anders für Dich. Plötzlich hast Du Bilder im Kopf, wenn Du die Songs hörst. Bilder von einer ausrastenden Menge, von Musikern die beim Spielen an ihr Limit gehen. Da kommt Dir die Erkenntnis: Lieblingsbands entdeckt man nicht im Internet, sondern auf der Bühne.

Und wenn ich das „Du“ nun durch ein „Ich“ ersetze, beschreibt dies die Erkenntnis die ich in den letzten Jahren hier in Erlangen machen durfte. Beruflich bedingt habe ich eine Menge Bands live gesehen, die ich mir privat vermutlich nicht angeschaut hätte. Gelohnt hat es sich in jedem Fall, denn es war immer besser, als zu Hause auf dem Bett sitzend gelangweilt durch Facebook zu scrollen. „Kenne ich nicht!“ ist für mich keine Ausrede mehr.

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