Taubertal 2015 – Drei Tage Musik & Staub bei 40 Grad

Das Taubertal Festival feierte Geburtstag! Seit 20 Jahren findet das Festival schon im lieblichen Taubertal statt. Da war natürlich klar, dass wir uns vom 06.-10.08. mal wieder mit 15.000 anderen Gratulanten zum musikalischen Wanderurlaub in Rothenburg ob der Tauber treffen. Die Wetterbericht versprach mit 40 Grad und Sonnenschein bis hinzu schweren Gewitterstürmen ein abwechslungsreiches Festivawochenende. Bepackt mit Campingequipment und Bier (5,0 Original!) startete das Wochenende für mich Donnerstag um 10:00 Uhr früh am Erlanger Bahnhof – zwei Stunden später strandeten wir dann in Rothenburg. Stranden ist in der Tat der richtige Ausdruck.. Der Shuttlebus fuhr erst ab 14:00 Uhr zum Gelände. Also Zeit sich einzugrooven – Flunkyballtime!

Da der Campingplatz Tal dieses Jahr unfassbar schnell ausgebucht war, erklommen wir im kuscheligen Shuttlebus dann den Campingplatz-Stopelacker Berg. Mit dem feschen Festivalbändchen am Arm liefen wir anschließend solange über den Zeltplatz bis wir unter unserem Gepäck zusammenbrachen und beschlossen unser Zelt genau da aufzubauen. Zusammen mit den geselligen Mäusen des Zeltplatzes fieberten wir anschließend der Eröffnung der Steinbruchbühne entgegen.
Taubertal 2015

Dort sorgten dann nach einem routinierten Auftritt von Bopping B Sondaschule für ausgelassene Partystimmung auf der scheinbar von Red Bull designten Steinbruchbühne. Anschließend legte DJ Freez (Panda Party) auf.   Wir erklommen wieder den Berg und liesen den Abend in Ruhe ausklingen.

Den Freitagvormittag verbrachten wir mit den Füßen im Fluss im Tal. Gegen 14:30 Uhr schleppten wir uns dann bei gefühlten 40 Grad aufs Konzertgelände um dort einen unfassbar guten Aufftritt von Heisskalt zu erleben. Die Band brachte das Publikum trotz Hitze in Bewegung und brachte auch das letzte sonnenverbrannte Hirn zum hellwachen Zuhören. Weniger wach dagegen zeigte sich abends dann Farin Urlaub mit seinem Racing Team. Routiniert feuerte er seine Songs ab und übergab dann anstandslos an Kraftklub. Für mich das Highlight des Wochenendes! Kraftklub legten mal wieder eine unfassbare spielfreude an den Tag. Nachdem sie dann einen Song auf einem Wagen im Publikum performten starteten sie per Wettcrowdsurfen zurück in Richtung Bühne. Völlig platt von dem eben erlebten Wahnsinnsauftritt erklommen wir dann wieder den Berg und ließen den unfassbar heißen Freitag zum Ende kommen.

Taubertal 2015Der Samstag startete nicht wenige heiß. Es regnete wider erwarten keinen einzigen Tropfen. Das ganze Wochende über. Bewegunsunfähig vor lauter Hitze schleppten wir uns leider erst gegen Abend den zwanzigminütigen Weg den Berg herab. Einige kreative Festivalbesucher hatten getunte Bobbycars dabei um den Weg schneller zu beältigen. Doch die richtigen Highlights erwarteten einen an diesem Tag ohnehin nicht auf der Mainstage. Marteria und Madsen waren doch eher langweilig anzusehen. Richtig Fahrt nahm der Abend dann mit Le Fly – St. Pauli Tanzmusik im Steinbruch auf. Tanzende Menschen wohin das Auge blickte. Im Anschluss sorgte dann die Antilopen Gang für bouncende Arme und Moshpits.

Taubertal 2015

The Smith Street Band – die Band auf die ich mich woh mit am meisten gefreut hatte. Vor der Sounds-For-Nature-Bühne war allerdings um 16:30 nicht allzu viel los. Die Australier gaben alles auf der Bühne und beschwerten sich selbst auch in der ein oder anderen Ansage über diese Hitze. Will Wagner war gegen Ende deutlich die Erleichterung anzusehen sich in den kühlen Backstagebereich zurückziehen zu können. Nach einen soliden Auftritt der Dropkick Murphys auf der Mainstage, feierten sich die Beatsteaks dann selbst mehr, als das Publikum sie feierte. Eine schöne Show mit allen Hits war es dennoch, die mit einem schönen Konfettiregen das Taubertal laut Sänger Arnim als beendet erklärte.

Taubertal 2015Doch vor lauter Arroganz hatte dieser scheinbar den abschließenden Auftritt des ehemaligen Beatsteakssupports AnnenMayKantereit vergessen. Diese sorgten auf der kleineren Bühne beim übermüdeten Publikum für eine Menge Gänsehautmomente, vielleicht sogar bei den KIZ-Fans, die nur wegen dem gemeinsamen Song mit „Hurra, die Welt geht unter“ da zu sein schienen. Doch selbst defekte Gitarren konnten die Band nicht bremsen – „Bitte haben Sie einen Moment Geduld, es geht gleich weiter“, verkündete Sänger Henning May in Telefonschleifenniveau. Es wurde etwas rumimprovisiert bis die Gitarre wieder funktionierte und schon ging es weiter. Neben vielen durchaus tanzbaren englischsprachigen Songs folgten dann die wohl bekanntestens Songs „Oft Gefragt“, „Wohin du gehst“ und als Zugaben dann „Barfuß am Klavier“ und letzendlich „21,22,23“.  Und du wirst 21, 22, 23 und du kannst noch gar nicht wissen was du willst. Ein Satz der unsere Generation wohl ganz gut beschreibt. Die Generation, die sich dann für eine letzte Nacht auf den Zeltplatz hochschleppte und nicht so recht wahr haben wollte, dass das alles schon wieder vorbei sein sollte. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Und du wirst 24, 25, 26 und du tanzt nicht mehr wie früher. Und du sagst immer das liegt alles nicht an dir und bestellst dir noch ein Bier.

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