Festivaltagebuch: Nürnberg.Pop #5

Bei der fünften Ausgabe von Nürnberg.Pop warteten über 20 Clubs und 50 Acts auf die Besucher. Wir waren auf ganz unterschiedlichen Arten in der Nürnberger Innenstadt unterwegs.

Johanna hat sich durch die Clubs der Alstadt treiben lassen und einfach die vielen unterschiedlichen Acts genossen, Lorena war als Stagemanagerin im Zentralcafé am Start und unser Gastautor Yannic von Rap Exclusive Bayern war zwischen Interviews und Liveauftritten unterwegs. Hier also unser Nürnberg.Pop Festivaltagebuch:

Johanna:
Me and Reas
Gestartet habe ich vor dem Neuen Museum beim RedBull Tourbus mit Me & Reas, es waren nicht mal so viele Menschen da, trotzdem war die Stimmung gut, wie sollte es auch anders sein, bei diesem Heimspiel der 5-köpfigen Band.

Antilopen Gang
Dann gings weiter ins Mach1 zur Antilopen Gang. Die Gang passt ungefähr genau so wenig in diesen Club wie ich und wie der Großteil des Publikums. Eigentlich hab ich mich total auf den Kontrast gefreut. Aber irgendwie hat das einfach nicht funktioniert, was auf keinem Fall an der Antilopen Gang lag, die wie immer eine super Show ablieferte, obwohl man merkte, dass sie eigentlich so überhaupt keine Lust auf diesen Club hatten. Es kam einfach nicht die Stimmung auf, die ich von anderen Antilopen Gang Konzerten kenne.

Die Antilopen Gang im Mach 1 (c) Rap Exclusive Bayern
Die Antilopen Gang im Mach 1 (c) Rap Exclusive Bayern


Namika
Wir haben uns dann wieder auf den Weg in Richtung des Neuen Museums gemacht. Dort kamen wir noch in den Genuss die letzte halbe Stunde von Namika auf dem RedBull Tourbus mit zu erleben. Von dieser halben Stunde gingen dann zehn Minuten für ein „Ich lass das Publikum das Lied, was im Radio hoch und runter läuft singen“-Spiel drauf gingen.

Malky
Unten im Neuen Museum ging es dann mit Malky weiter. Nach dem ersten Lied ging es dann auch flotter und erstaunlich tanzbar zur Sache. Mal wieder eine Band, bei der ich nicht auf eine Solo-Show gegangen wäre, aber die mich dann doch live überzeugen konnte. Nach einer knappen halben Stunde sind wir dann weiter ins Zentralcafé gezogen.

Ball Park Music
Ball Park Music aus Australien haben echt Schwung in die Kiste gebracht. Coole Band – coole Location – coole Stimmung. Da hat alles gepasst. Das absolute Highlight an diesem Abend. Die Australier können beides – voll auf die 12 und die ruhigeren Töne.

Dicht & Ergreifend
Aber nach einer knappen Stunde hieß es dann wieder Aufbruch richtung Mach1. Da gab es mit Dich&Ergreifend boarischen HipHop vom Feinsten. Das Bild der perfekten Partystimmung wurde nur durch den Tubisten gestört. Der wirkt ein wenig so, als hätte man ihn aus seinem Blasmusikverein in Niederbayern entführt und eben mal auf die Bühne des Mach 1 gestellt. Macht ihn aber irgendwie auch sympathisch.

Choir Of The Unbelievers
Von einer der größten Locations gings dann in die wahrscheinlich kleinste und versteckteste Location. Ins Kater Murr auf die Beste Unterhaltung Bühne. Dort haben wir den Altersdurchschnitt mal eben um 10  Jahre gesenkt. Choir Of The Unbelievers, bestehend aus Michael Kargel (Smokestack Lighnin´), Lena Dobler, Stefan Prange (The Green Apple Sea) und ihrem Special Guest: Frieder Graef bildeten sozusagen die Supergroup der lokalen Musikszene.

A Tale Of Golden Keys
Zum Abschluss sind wir noch in den Keller von Crämer & Co zu A Tale Of Golden Keys gestolpert. Die Atmosphäre war super. Als wir ankamen haben es sich die meisten schon auf den Teppichen zwischen Kleiderstangen und Spiegeln bequem gemacht und lauschten den Nürnbergern, die schon zum zweiten Mal bei Nürnberg.Pop spielten. Nach gut sechs Stunden Live-Musik war ich dann doch ziemlich geschafft und habe mich auf den Heimweg gemacht. Festivals mit so vielen Acts und Locations machen nicht nur sehr viel Spaß, sondern sind auch in gewisser Weise anstrengend.

Blind&Lame
Das Eröffnungskonzert machten Kika und Lucy Wilke, die blinde Mutter und die Tochter im Rollstuhl. Die Atmosphäre war sehr nett und der Sound im Neuen Museum erstaunlich gut. Besonders im Hinblick auf die Inklusion ein tolles Zeichen der Veranstalter. Die beiden haben ein unterhaltsames Bühnenprogramm geboten.

NürnbergPop (c) Rap Exclusive Bayern
Blind&Lame (c) Rap Exlusive Bayern


Antilopen Gang
Als ich bei meiner Vorbereitung auf den Plan schaute, war ich zuerst etwas überrascht, dass die augerechnet die Antilopen Gang in einem Club wie dem Mach1 auftreten sollte. Dementsprechend war auch die Stimmung nicht so gut wie man sie sonst von einem Antilopen Gang Konzert kennt. Jedoch lieferten die Jungs standesgemäß einen guten Auftritt hin und haben alle Hits gespielt, die sie auf Lager haben. Jedoch wäre eine andere Location für einen solchen Headliner definitiv die bessere Wahl gewesen.


Manon Mourt
Um die Städtepartnerschaft mit Prag zu zelebrieren spielten in der Zwingerbar tschechische Bands, davon konnte ich leider nur die Indie-Rockband Manon Mourt sehen. Leider war die Zwingerbar nicht so gut besucht und der Auftritt war auch nicht besonders sehenswert, so dass ich es niemandem übel nehmen könnte dies verpasst zu haben. Der Sound war übersteuert und zwischen der Band und dem Publikum fand keine Interaktion statt. Alles in allem eine eher enttäuschende Leistung.

Die Blockflöte des Todes
Die Blok Bar war meiner Meinung nach zurecht voll für die Blockflöte des Todes. Der genaue Stil lässt sich in einem Mix aus Standup-Comedy und Singer/Songwritertum zusammenfassen. Ironische, witzige Texte gepaart mit einer guten Portion schwarzer Humor sorgten bei den Besuchern für derbe Lacher und für eine tolle Stimmung. Textzeilen wie, „Ich bin ganz müde denn – ich hab´ Chlamydien“ waren an der Tagesordnung.
La-Boum
Für jeden Franken der sich gelegentlich auf Festivals in der Region aufhält ist La-Boum sicherlich ein Begriff. Für mich persönlich war es auch nicht das erste Konzert dieser fantastischen Pop- Folkrock, Indie und Ska-Gruppe. Tanzbare Songs und eine riesengroße Ladung Energie stehen immer auf ihrem Tagesprogramm. Demensprechend wurde das Publikum auch unterhalten und am Ende war kein T-Shirt mehr trocken. Auch das Auditorium im Neuen Museum bot keine schlechte Bühne. Sowohl akustisch als in Bezug auf die Temperatur und das Licht.
 Schmutzki
Als letzten Act, bevor das Nürnberg.Pop Festival für mich Geschichte war, habe ich mir die Punkband Schmutzki im KKQ Festsaal (Künstlerhaus) angeschaut. Wer den echten Punkrock der 80er Jahre mag sollte umbedingt auf ein Konzert gehen. Was für andere Generationen Bands wie die Ärzte, WIZO oder die Toten Hosen waren ist für uns wohl Schmutzki. Eine Band die unfassbar gut mobilisieren kann: Pogo, Bierduschen und die Erkenntnis das drei Akkorde für Musik ausreichen, zeigten sie dem Publikum auf eindrucksvolle Art und Weise. Obwohl ich eigentlich nicht so viel Rockmusik höre war ich doch schwer beeindruckt. Für mich war dies ein gelungener Abschluss meiner Festivalsaison.

Schmutzki (c) Trashige Handykamera!
Schmutzki (c) Trashige Handykamera!


Lorena (Stagemanagerin im Zentralcafé bei Nbg.Pop):

Cosby
Die Bühne des Zentralcafés wurde püntklich um 20:30 von Cosby eröffnet. Eine unfassbar nette Truppe, die schon beim Soundcheck Großes erwarten lies. Ich wurde nicht enttäuscht. In einem brechend vollen Zentralcafé, das sogar einen Einlassstopp erleben durfte, legten sie direkt zu Beginn mein persönliches Nürnberg.Pop Highlight hin. Sängerin Marie überzeugte stimmlich und ihre Mitmusiker sorgten schnell für zappelnde Füße und nickende Köpfe im K4. Danach war für das Zentralcafé-Nbg.Pop Team aus produktionstechnischen Gründen eine turbulente Umbaupause angesagt. Das Equipment einer Band musste raus, die Backline der folgenden beiden Acts rein – möglichst in 30 Minuten, damit Ball Park Music in Ruhe Linecheck machen konnten. Es hieß also schnell Kabel rollen, Cases packen, Treppe rauf, Treppe runter und geschafft! Danach fühlten wir uns zwar als hätten wir einen Marathon gelaufen, aber es hat einwandfrei funktioniert und es konnte um 22:30 mit dem nächsten Acts weitergehen:
Ball Park Music
Auf die Australier BPM hatte ich mich besonders gefreut, doch mit meiner Vorfreude schien ich anfangs noch alleine dazustehen. Allerdings füllte sich das Zentralcafé dann doch gemächlich, aber stetig. Mit ihrem Sound irgendwo zwischen Rock’n’Roll und Indiepop wollten sie zum Tanzen anregen und schafften das auch weitgehend trotz der Soundprobleme, die durch den scheinbar überforderten eigenen Mischer verursacht wurden.
Life In Film
Aus gesundheitlichen Gründen war Schlagzeuger Micky nicht dabei, doch er wurde souverän von Tourmanager David an den Drums vertreten. Abermals war das Zentralcafé sehr gut gefüllt. Durchkommen schien beinahe unmöglich. Die Musiker aus London überzeugten mit sattem Sound und liesen das Zentralcafé ein letztes Mal durch die Nacht tanzen oder eben still genießen.

Life In Film (c) Trashige Handykamera!
Life In Film (c) Trashige Handykamera!

Nach der Show hieß es für mich ein letztes Mal Kabel zusammenrollen, Backline verpacken und die Treppen des KKQ mit dem Equipment bewältigen. Job done, Bands zufrieden – alles gut. Elf eindrucksvolle Stunden im Zentralcafé mit einem unfassbar tollen Team waren Geschichte.

Uuuuuuund es war endlich Zeit für SCHMUTZKI! Los ging’s! Bier in die Hand und ab in den Festsaal. So schnell sind Hanna (Stagehand) und ich vermutlich noch nie die Treppen im K4 hochgehechtet. Der Festsaal war ganz nett gefüllt für die späte Uhrzeit (ca. 02:00 Uhr). Sofern es die Kräfte noch zuliesen, wurde noch ein wenig im oder am Rande des Moshpits rumgetanzt. Schmutzki sorgten für einen tollen Abschluss bei Nürnberg.Punk. Habt ihr ja oben schon bei Yannik gelesen.

Nachdem sich die Band nach eigenen Angaben den ganzen Tag im Hotelzimmer eingeschlossen hatte um nicht schon nachmittags zum harten Alkohol zu greifen und es bis zu ihrem Slot um 01:45 halbwegs nüchtern durchzuhalten, haben wir es natürlich für unsere Pflicht gehalten den Herren ein wenig unter die Arme zu greifen. So wurde der Abschluss des Festival dann bei einer gemeinsamen Runde Pfeffi im club stereo (wo auch sonst?) begossen und das Festival auf der Tanzfläche der Mutterlocation von Nbg.Pop zum Ausklang gebracht.

Infos zu Nbg.Pop:
www.facebook.com/nuernberg.pop
www.nuernberg-pop.de

Infos zu Yannics Blog Rap Exclusive Bayern:
www.facebook.com/Rapexklusive
www.rapexclusivebayern.wordpress.com

Fotos: Rap Exclusive Bayern

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Ein Gedanke zu „Festivaltagebuch: Nürnberg.Pop #5“

  1. Der Titel dieses Mittels ist mit der Erkrankung der Behälter direkt verbunden, die allem unter der Diagnose die Erweiterung der Adern bekannt ist. Den Frauen ist dieses Problem besonders bekannt und liefert nicht wenig Bemühungen. In einer bestimmten Periode des Lebens bin ich auf solches Problem zusammengestoßen. Erstens hat auf einem Bein begonnen, klein Gemäßnetz aus den kleinen Behältern zu erscheinen. Dann habe ich solches Bild der violetten Farbe und auf dem zweiten Bein aufgedeckt. Mit der Zeit nahm ihre Zahl nur zu und es ist bis dazu angekommen, dass ich schon den Rock ohne Strumpfhosen nicht bekleiden konnte. Die Adern fingen an, sich unter der Haut der Beine so stark herauszuheben, dass man sie in der Entfernung zwei Meter betrachten konnte. Natürlich wird solche Schönheit der Beine dem Mann kaum gefallen.

    Hat begonnen, verschiedene Cremes und die Salben zu verwenden, die mir der Doktor zugeschrieben hat, aber die Adern wurden nirgendwohin hingetan…

    auch den kleinen Mangel natürlich

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