Interview: The Variety Show

The Variety Show haben in letzter Zeit durch die Teilnahme an diversen lokalen Newcomerwettbewerben und nicht zuletzt durch ihren Gig im Stadion beim Spiel der Ice Tigers auf sich aufmerksam gemacht. Nachdem sie im November noch als Duo beim Newcomer Festival im E-Werk den ersten Platz abgesahnt haben, sind sie nun wieder zu dritt unterwegs. Beim gemütlichen Interview im Wort&Klang gab das Bluesrock-Trio aus Forchheim einen kleinen Einblick in sein vielfältiges Bandleben.

Ihr hattet vor Kurzem einen personellen Wechsel, Chris (Bass) ist neu dabei. Wie kam die Entscheidung nach der Zeit als Duo nun doch wieder als Trio zuspielen?

Milan: Eigentlich haben wir uns nie dazu entschieden als Duo zu spielen. Das ist einfach dadurch entstanden, dass uns der dritte Mann fehlte nachdem es mit unserem alten Bassist nicht mehr ging. Wir haben schon nach einem neuen Bassisten gesucht, es hat sich aber keiner gemeldet. Deshalb haben wir einfach zu zweit gespielt. Wir wollten als Duo eigentlich keinen auf White Stripes machen oder so. Es gab dennoch schnell Vergleiche zu anderen bekannten Duos.
Paul: The Black Keys, Royal Blood zum Besipiel.
Milan:
Uns wurde sofort empfohlen auf die Duowelle aufzuspringen.
Paul:
Ja, wir wurden schnell in die Schiene gesteckt.
Milan: Das war eigentlich ganz lustig, da wir nie geplant hatten als Duo aufzutreten.

Habt ihr trotz dem postitiven Feedback nie darüber nachgedacht als Duo weiterzumachen?

Paul: Wir haben schon überlegt, da es viel Spaß gemacht hat zu zweit zu spielen. Uns haben auch echt viele Leute gesagt, dass es zu zweit schon echt nice ist. Aber uns hat dann irgendwie der Wumms gefehlt und zu dritt macht es eben noch mehr Spaß.

Paul UND Milan_TVS
Milan (Gesang, Gitarre) & Paul (Schlagzeug)


Und wie bist du (Chris, Bass) dann dazugekommen?

Chris: Eigentlich relativ klassisch, im Musikhaus Klier hing ein roter Zettel als Aushang und da ich gerade ohnehin auf der Suche nach einer „Nicht-Coverband“ war, habe ich mich eben gemeldet. Und bin nun echt zufrieden.
Milan (etwas verhalten): Den Zettel hat meine Ex aufgehängt, vielen Dank an der Stelle…

Ihr hattet ja etwas Schwierigkeiten einen Mitmusiker zu finden. Wie würdet ihr denn ansonsten die Musikszene in der Region beschreiben? Ist die Szene gut vernetzt, gibt es genügend Auftrittsmöglichkeiten?

Milan: Man kann ziemlich sicher sagen, dass sich die Bands untereinander schnell kennenlernen durch solche Projekte wie das Newcomer Festival im E-Werk, die NN-Rockbühne usw. Da waren schon ganz viele Bands dabei oder wollen noch hin, dadurch lernt man eben viele Bands aus der Umgebung kennen. In Bezug auf Auftrittsmöglichkeiten kann ich das gar nicht genau sagen, in Nürnberg waren wir noch nicht so oft, da gibt es noch viele Möglichkeiten. Also eigentlich gibt es genug Optionen.

Würdet ihr anderen Bands empfehlen bei solchen Newcomerbandwettbewerben mitzumachen?

Chris: Es bringt vorallem Spielpraxis und neue Erfahrungen.

Stört euch der Wettbewerbsgedanke dahinter?

Milan: Man sollte nicht zu früh bei solchen Wettbewerben mitmachen, man hat zwar viel mehr Publikum also bei normalen Konzerten und eben auch eine gewisse mediale Unterstützung davor und danach. Aber der Wettbewerb sollte nicht der einzige Grund für die Teilnahme sein.
Paul: Aber meistens ist die Stimmung unter den Bands auch super und alle wollen einfach nur einen guten Auftritt haben.

Was war euer bisheriges Konzerthighlight?

Chris: Der Gig im Stadion bei den Ice Tigers auf jeden Fall. Das war ein Highlight.
Paul: Hirsch und E-Werk… Wobei wir könnten auch das Naturfreundehaus nehmen, das war echt cool.
Milan: Das war schon geil.
Paul: Da war das Publikum am besten.
Milan: Der Gig im Stadion war eben der Größte. Im E-Werk dagegen war der Sound am geilsten, weil der Mischer echt gut war. Im Naturfreundehaus hatten wir das beste Publikum, die haben schon beim kurzen Soundcheck angefangen zu tanzen.
Paul: Die waren spitze!

the variety show (c) Julian Hofmann
The Variety Show live beim Newcomer Festival im E-Werk (Foto: Julian Hofmann)

Wie seid ihr an den Gig im Stadion bei dem Ice Tigers Spiel rangekommen?

Paul: Erkauft!
Milan: Die Tür war offen und wir sind reingegangen…Gelächter
Radio Gong hat uns das ermöglicht, der Kontakt bestand noch mehr oder weniger durch meine alte Band. Die Leute von Radio Gong haben uns letzendlich dann im E-Werk gesehen und daraufhin angefragt.

Wie viele Leute waren an dem Tag im Stadion?

Paul: 6000 Leute waren ungefähr da. Meine Familie war auch da und die meinten, dass die Leute um sie herum mehr hören wollten. Die waren echt heiß drauf.
Chris: Beim Spielen hat man sehr wenig Feedback von den Leuten bekommen. Man hat sich halt auf diesem riesig großen Videowürfel gesehen und das war schon ein krasses Gefühl, aber man bekam halt erst im Nachhinein über Facebook Feedback.
Paul:  Die Leute waren auch in erster Linie wegen dem Icehockeyspiel da.
Milan: Es war aber auf jeden Fall eine coole Erfahrung und irgendwie komisch sich auf dem Videowürfel beim Spielen zu sehen. 
Paul:
War schon geil mal 6000 Leute um sich zu haben.

Was macht für euch generell ein gutes Publikum aus?

Chris: Ein gutes Publikum ist für mich eines das Feedback gibt und eben vollkommen dabei ist und sich zum Beispiel auch nicht bei ruhigen Liedern unterhält.
Milan: Das ist immer schwierig, man will ja auch nicht den Arsch auf der Bühne geben und das Publikum ständig ermahnen mitzumachen. Nach dem Motto: „Jetzt seid mal ruhig und hört zu, denn wir sind geil!“ Bei ruhigen Liedern mit viel Inhalt muss man halt zuhören, bei Songs die einfach voll auf die Fresse gehen reist es die Leute schon mit. Wir hatten auch mal Pubikum das die ganze Zeit total abgegangen ist, das war bei den ruhigen Songs dann schade.
Paul: Im E-Werk haben sich alle bei Milans Ballade hingesetzt. Das war super. Die  haben sich echt alle hingesetzt und ruhig zugehört. Das war ein erstaunlicher Moment.
Milan: Hast du dich da nicht sogar zugesetzt?
Paul: Ja, genau ich hab mich dann auch runtergehockt.

Wie würdet ihr euch selbst als Livemusiker beschreiben?

Milan: Viel Energie, wir sind fix und fertig danach. Wir geben alles.
Paul: Wir sind auf jeden Fall vollkommen dabei.
Milan: Desto besser es läuft, desto mehr wird auch improvisiert und gejamt.
Chris: Wir spielen jedes Lied immer wieder unterschiedlich.
Paul: Wir variieren!

Gibt es bestimmte Musiker, die euch besonders beeinflussen oder Acts die ihr gerade besonders feiert?

Chris: Das ist bei mir sehr breit gefächert…
Paul: Ich hole mir viel Inspiration aus ganz verschiedenen Musikrichtungen. Spieltechnisch ist das schon anders, ich kenne schon ein paar Schlagzeuger die ich cool finde. Aber genau wie einer von denen möchte ich dann doch nicht spielen.
Milan: Wenn ich für mich eine Band entdecke dann höre ich oft nur diese eine Band rauf und runter.

Das heißt du fokussierst dich für einen gewissen Zeitraum nur auf deren Musik? Was wäre denn in letzter Zeit  ein Beispiel dafür?

Milan: Ja, also ich habe in letzter Zeit vorallem Nine Inch Nails gehört. Es ist ja mehr Elektro und auch härter als wir. Der stärkste Einfluss von Nince Inch Nails ist eigentlich die Art und Weise wie er die Texte schreibt, so direkt und klar und deutlich, ohne viele Ausschmückungen mit relativ einfachen Wörtern.

Wie läuft bei euch generell das Songwriting ab?

Milan: Eigentlich hat jeder seinen Part, also ich komme mit den fertigen, ähem na ja mit den halbfertigen Songideen in den Proberaum.
Paul: Ja, also fertig sind die Songs vorher eigentlich nie, die entstehen dann im Proberaum. Wir spielen dann einfach.
Chris: Es wird einfach viel ausprobiert.
Paul: Es gibt eigentlich keinen, der sagt „So wird es jetzt gemacht!“. Da formen eigentlich alle zusammen dran.
Milan: Wir variieren eigentlich auch immer bei einzelnen Parts der bestehenden Songs.

TVS_Interview
The Variety Show – Milan (Gesang/Gitarre), Paul (Drums) und Chris (Bass)

Gibt es bei euch ansonsten eine feste Arbeitsteilung in der Band in Bezug auf Booking, Werbung, Technik?

Milan: Wir sind eigentlich gerade dabei alles aufzuteilen. Wir wollen das schon festlegen, ansonsten muss man an zu viele Sachen denken. Bei zu viel Stress kann man auch keine Songs schreiben.

Und aktuell macht jeder irgendwie alles?

Milan: Nein, also aktuell ist es eben irgendwie so wie es sich entwickelt hat. Also ich als Frontmann werde am häufigsten angesprochen, ich pflege da die Kontakte und übe mich auch im Pressetexte schreiben und „verkaufen“. Chris macht eher so das Technische.
Paul: Hihi unser ITler!
Chris: In Bezug auf Kontakte kümmert sich eigentlich jeder irgendwie drum und streckt die Fühler nach Spielmöglichkeiten aus.
Milan: Es geht halt nicht nach dem Motto „Mach du das nicht, das mache ich!“ Sondern jeder hat halt grob seine Richtung, aber jeder pflegt so seine Kontakte.

Ihr habt beim Newcomer Festival Erlangen den ersten Platz belegt und drei Aufnahmetage bei Red Audio gewonnen. Gibt es schon konkrete Pläne für die Aufnahmen?

Milan: Zeitlich gibt es da noch keine Pläne. Wir wollen eigentlich gerne ein komplettes Album mit ca. 10 Liedern schaffen. Ansonsten sind wir gerade viel am Proben, da Chris ja auch neu dabei ist. Gekoppelt damit können wir dann schauen welche Songs uns am besten taugen und mit denen gehen wir dann ins Studio.

Gibt es in nächster Zeit irgendein besonderes Highlight auf das ihr euch freut?

Paul: Der Gig im Dezibel wäre eigentlich der nächste…  Milan & Chris überlegen
Milan: Das Eberhardt Festival steht an, da dürfen die Verlierer der NN-Rockbühne spielen.

 Habt ihr noch irgendwelche „Famous Last Words“?

Paul: Grüße an meine Mama! Hm…
Chris:
Geht mehr auf Konzerte!
Milan:
Oder „Habt mehr Langeweile!“
Paul&Chris:
Hä?

Habt mehr Langeweile? Das musst du nun doch nochmal erklären…

Milan: Wenn man zu sehr daran gewöhnt ist, dass immer irgendwas abgeht, dann wird sowas wie ein Konzert nicht so sehr wertgeschätzt. Um dem entgegenzuwirken wäre Langeweile wohl gut. Also wenn man nicht immer die Mittel hätte sich daheim abzulenken, würde man vielleicht auch mehr rausgehen.

Interview, Fotos, Akustiksession: Lorena Seipp

https://www.facebook.com/plugins/video.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FLateKnightsRetterderNacht%2Fvideos%2F1255479704477386%2F&show_text=0&width=560
Livevideo von der Sendung „Late Knights“ des Franken Fernsehens.

The Variety Show online:
www.facebook.com/the.variety.show.official
www.thevarietyshow1.bandcamp.com/releases
www.soundcloud.com/the-variety-show
www.youtube.com/channel/UCux2_Da58jGXmFnpfY3Kr3g

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2 Kommentare zu „Interview: The Variety Show“

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