Spirit Of Youth Festival im E-Werk

Als Veranstalterin einen Bericht über ein selbstorganisiertes Festival zu schreiben ist schwierig. Dennoch starte ich mal den Versuch über das erste Spirit Of Youth Festival, das am 8.04.2016 im E-Werk mit 8 lokalen Bands auf zwei Bühnen stattfand zu berichten.

Währenddem die Besucher zwischen den Bühnen hin und her wechselten und die Musik genossen, war ich damit beschäftigt für ausreichend flüssige und feste Nahrung im Backstage zu sorgen, Skelette namens Jeffrey durch die Gegend zu tragen und aufzupassen, dass die Musiker nicht von Lauchstangen aus dem Backstage geprügelt wurden. Letzteres ist mir leider nicht geglückt, wobei ich die Szene gerne gesehen hätte. Dazu später mehr.

Den Festivaltag eröffneten die Boat Shed Pioneers bereits gegen 16:00 Uhr in der Clubbühne. Allerdings ohne Publikum, dafür mit einer umso größeren Crew. Funklust war mit Filmkameras und Tonequipment angerückt um mit allen Festivalacts Videosessions aufzuzeichnen. Die StudentInnnen legten sich richtig ins Zeug um die Szenerie dekotechnisch an jeden Act anzupassen. Im mehr oder weniger 40-Minuten-Takt gaben sich die Musiker die Klinkenkabel in die Hand um ihre Songs vor der Kamera zu performen. Die Sessions sind demnächst auf dem YouTube-Kanal von Funklust zu sehen.

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Das eigentliche Festival wurde dann um 20:00 Uhr von THE BLACK ELEPHANT BAND in der nett gefüllten  Kellerbühne eröffnet und zwar meiner Vorahnung entsprechend mit der Story über meinen Traum, den ich ihm am Vortag im Wort&Klang erzählt hatte. In eben diesem Traum war der werte Herr Elephant auf die Bühne gegangen und hatte ins Mikro gebrüllt: „In diesem Kommerzschuppen spiel ich nicht!“ und hatte anschließend die Bühne in Brand gesetzt. Hell yeah! Glücklicherweise setzte er die Bühne in der Realität nicht in Brand, sondern spielte in der Gladiatorenarena (die die Kellerbühne nun mal ist) einen guten Gig. Auch das Problem mit den zwei gerissenen Saiten war schnell aus der Welt geschafft, währenddem BRICKWATER in Richtung Backstage sprintete um seine Gitarre zu holen, reichte Anna von den BOAT SHED PIONEERS ihre Gitarre bereits zu Jan  (The Black Elephant Band) runter und die JENS HOLD BAND fragte ob er Jans Saiten wechseln soll. So viel Zusammenhalt gleich zu Beginn des Festivals war für mich irgendwie eine Bestätigung nicht nur die richtigen Bands, sondern auch die richtigen Menschen zum Festival eingeladen zu haben.

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So, genug Sentimentalität… Im Tanz-Werk ging es nämlich bald ans Eingemachte, ANGIZ sollten in Kürze den zweiten Raum des Festivals eröffnen. Nach anfänglich spärlich besuchter Tanzfläche bewegten sich allmählich mehr Leute vor die Bühne um der gewohnt exzessiven Show des Indierap-Quartetts beizuwohnen.

Da Treppenlaufen ein tolles Hobby ist, bewegte ich mich allerdings wieder runter in die Kellerbühne um nachzuschauen, ob BRICKWATER AND HIS JENS HOLD BAND schon in den Startlöchern stehen. Das taten sie und nach einer kurzen Umbaupause legte das Duo los. Das Motto ihres Auftritts lässt sich wohl am besten mit #beef zusammenfassen, denn neben den gewohnt rüpelhaften Ansagen und wunderschönen Songs, gab es einige Sticheleien gegenüber THE BLACK ELEPHANT BAND. Letztendlich brachten die beiden sogar die ganze Kellerbühne zum Einstimmen. Ich stand gerade in der Küche der Kellerbühne um die Backstage-Pizza entgegenzunehmen, als ich plötzlich den „Anti-The-Black-Elephant-Band“-Chor hörte. Etwas verwundert bewegte ich mich in Richtung Tresen und sah/hörte wie die Besucher des Festivals in den Diss-Chor gegen TBEB einstimmten. Oh je, Ironie. Manöver #beef war also nach den biteXpress-Interview-Blödeleien auch live zelebriert worden.

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THE BLACK ELEPHANT BAND aka Jan Bratenstein aka Ian Girly bekam davon allerdings nichts mit, da er bereits mit seiner anderen Band oben im Tanz-Werk spielte. THE GIRLY BIRDS.  Die frisch gegründetet Garage-Punkband spielte ein ca. 30-Minütiges Set, nach dem wir den Gig ausführlich mit der frisch gegründeten Band besprachen und das Wochenende freundschaftlich beendeten.

Dennoch wurde es nun Zeit sich wieder auf die noch anstehenden Gigs des Festivals zu fokussieren, die BOAT SHED PIONEERS spielten eine schöne Show in der brechend vollen Kellerbühne. Das Sound Of Erlangen-Team war vollzählig im unteren Kellerbühnenbereich versammelt und lauschte entzückt den Tönen der Pioneers. Ich denke wir bleiben dabei, diese Band muss man einfach lieben! Spätestens als der BSP-Joker Anna gemeinsam mit Tobi den Song Fighting The Moon performte, hatten sie das Publikum (trotz der gesprächigen letzten Reihe) auf ihrer Seite. Mein Lieblingssong Timber And Stone beendete dann das Set der BOAT SHED PIONEERS und ließ glückliche Gesichter im Publikum zurück.

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Währenddem in der Kellerbühne der Umbau von den BOAT SHED PIONEERS zu A TALE OF GOLDEN KEYS und somit dem letzten Act der Kellerbühne begann, vollführten A.R. WALLACE ihre Namens-Metamorphose zu L Ξ I D Ξ N im Tanz-Werk. Laut Andreas Basner (Mr. Lokale Leidenschaften) wäre der Preis für die interessanteste Neuentdeckung des Abends scheinbar an L Ξ I D Ξ N / A.R WALLACE gegangen, auch wenn er ihre Genrebezeichnung „Depri-Punk“ lieber in „Depri-Stoner“ ändern würde.

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In der Kellerbühne sorgten derweil  A TALE OF GOLDEN KEYS für intensive Konzertmomente und umhüllten das Publikum mit ihrem ruhigem, ausgefeiltem Sound. Die Band ist eine wahrhaft wunderbare Entdeckung und hat echtes Potenzial vielleicht bald die größeren Bühnen des Landes zu bespielen.

Weniger ruhig ging es dagegen im Tanz-Werk zu: THE HATCHETS punk’n’rollten dort als letzte Band des Abends vor begeisterten Zuschauern und rundeten das Festival ab. Es gibt kaum eine Band, die mit der Spielfreude von THE HATCHETS mithalten kann und einen schöneren Abschluss fürs erste Spirit Of Youth Festival im E-Werk hätte ich mir beim besten Willen nicht wünschen können. Danke Jungs, gerne wieder!

Doch die größte Enttäuschung empfing mich dann zum Feierabend hin: Die verdammten Musiker hatten mir keinen einzigen Schluck Pfeffi oder Dead Nazi (Mischung aus Jägermeister & Pfeffi) übrig gelassen! Die beiden Hauptübeltäter wurden allerdings schnell enttarnt und man munkelt, dass ein gewisser Herr Reibeisen von einem Crew-Mitglied deswegen mit einer Stange Lauch aus dem Backstage geprügelt wurde. Prost auf dich Lea, das hätte ich gerne gesehen!

Irony - Brickwater
Und die Jens Hold Band und sein Brickwater haben am Ende wohl doch ein Herz für The Black Elephant Band. Ende gut, alles gut.

Bis zum nächsten Spirit Of Youth Festival,
euer Sound Of Erlangen & Funklust Team

Fotos: Johanna
Musiker mit Lauch verprügeln: Lea
Bericht: Lorena
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