Unter einem Dach Festival – Teil 1

Zwei Autoren, zwei Festivalperspektiven vom dritten Unter einem Dach Festival im E-Werk.

Am 29.04.2016 fand das dritte Unter einem Dach Festival im E-Werk Erlangen statt. 12 Bands auf vier Bühnen, die da wären Maeckes, Chefket, MONOBO SON, Trouble Orchestra, Rhonda, Sarah and Julian, 3Plusss, Il Tempo Gigante, Me and Reas, Impala Ray, Babeth und Leyya im Saal, Kellerbühne, Tanz-Werk und Kino des E-Werks.

Hier lest ihr Teil eins unseres dreiteiligen Festivalberichts.

Bereits zum dritten Mal durfte ich mich um die Bands des Tanz-Werks beim Unter einem Dach Festival kümmern. Mit dem Trouble Orchestra, Leyya, 3Plusss und der Aftershowparty feat. kl52 und Dead Rabbit war alleine auf meiner Bühne schon eine abwechslungsreiche musikalische Mischung geboten. Die weiteren Festivalbands dazugezählt bot das dritte Unter einem Dach Festival eine explosive Genremischung.

TROUBLE ORCHESTRA
Eine explosive Mischung bot die erste Band des Tanz-Werks ebenfalls. Das Trouble Orchestra, das von Audiolith nach Erlangen entsandt worden war, spielt eine Kombination aus Punkrock, Hip Hop, Indie und Zeckenrap. Die Truppe hat keine Genre-Schublade nötig. Das war auch schnell klar, als der bunte Haufen gegen 16:30 aus dem Tourbus stolperte und das E-Werk enterte. Ehrlich gesagt waren die gefühlten Underdogs des diesjährigen Unter einem Dach Festivals auch die Band auf die ich mich mit Abstand am meisten freute. Schon beim Soundcheck wurde klar, dass da eine eingespielte Gang auf der Bühne und hinterm Mischpult stand.

Genau dieses Feeling transportierten sie dann auch bei ihrem Auftritt um 20:20 Uhr. Bei den gefühlsmäßigen Underdogs des Festivals standen zu Beginn des Sets nur ca. 10 Leute vor der Bühne. Mit einem anfänglich etwas mulmigem Gefühl schaute ich mir den Auftritt der Band an und durfte glücklich beobachten wie nach und nach immer mehr Leute in den Raum strömten, bis die Tanzfläche gefüllt war. Das Publikum lies sich nicht lange bitten und nahm die musikalische Einladung zum Abgehen dankend an. Wall Of Death / Love / Trouble (call it what you want) inklusive, die gibt es hier zu sehen. Da bleibt zu hoffen, dass sich die Jungs mal wieder in die Region verirren.

trouble

LEYYA
Als zweite Band des Abends enterte das österreichische Duo Leyya die Bühne des Tanz-Werks. Nach einem kurzen Linecheck starteten sie ihr Set unmittelbar nach Ende des Chefket-Sets, wodurch es einen ordentlichen Besucherzustrom gab. In ihrer ganz eigenen Welt gefangen zelebrierten Sophie und Marco ihre sphärische Show und wirkten trotz des teils brachialen Sounds doch so schüchtern und zerbrechlich. Der Bass pumpte übermauert von Synthies und E-Gitarre durchs Tanz-Werk. Der Raum vibrierte. Das Publikum rotierte.

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3PLUSSS
Nach Leyya war es Zeit für einen kleinen Umbau – Synthies, Laptop und Pedalboard runter, DJ-Pult und Funkmikro rauf. Mit 3Plusss war es wieder Zeit für Hip Hop. Schon während dem Linecheck versammelte sich eine kleine Menge vor der Bühne und schaute Denis aufmerksam zu – dieser fand das scheinbar äußerst amüsant und fing bereits beim Linecheck an mit der Crowd zu kommunizieren. Kommunikation auf Augenhöhe scheint 3Plusss ein wichtiger Faktor bei seinen Shows zu sein. Als der Linecheck vorbei war meinte er nur, „Hm. Also eigentlich könnte ich ja jetzt einfach loslegen, oder? Was meint ihr? Moment, ich gehe nochmal von der Bühne und dann geht’s los!“ Daraufhin verschwand er kurz hinterm Vorhang, nur um Sekunden später unter Beifall wiederzukehren. Dann gab es keinen Halt mehr. Der Raum füllte sich bis zum letzten Zentimeter und die Menge feierte, bouncte und zelebrierte die Show bis zur letzten Sekunde. Auf Augenhöhe. Auch nach der Show nahm sich 3Plusss eine Menge Zeit für seine Fans und unterhielt sich bei einer ausgiebigen Autogramm – und Fotosession mit seinen Fans.

3PLUSSS

Währenddessen war die Tanz-Werk Crew busy mit dem Umbau beschäftigt, es wurde Zeit für die Aftershowparty! Schnell wurde das DJ-Pult umgebaut, die Zeit während dem Changeover überbrückten wir weiterhin mit meiner Smartphone-Playlist (die könnt ihr auch gerne hier nachhören).

kl52 (Spac3 Jam / 52er)
Dann konnte kl52 endlich loslegen! Die Aftershowparty kam ins Rollen. Langsam brachte kl52 die Crowd mit seinem Set in Bewegung.  Im Hintergrund waren wir immer noch damit beschäftigt Kabel zusammen zu rollen und das Konzertequipment zu verstauen.

DEAD RABBIT (Green Berlin / Marsimoto)
Als alles verstaut war übergab kl52 die angeheizte Menge an Dead Rabbit, der diese souverän übernahm und für die bisher beste Aftershowparty des Unter einem Dach Festivals sorgte. Dead Rabbit arbeitet u.a. mit Marsimoto zusammen oder bastelt Remixe für Zugezogen Maskulin. Dies merkte man auch deutlich seinem Set an, von 01:00 bis ca. 04:00 Uhr pumpte er beste Beats und fette Hip Hop Tracks durchs Tanz-Werk und entlies das dritte Unter einem Dach Festival tanzend in die Nacht.

monobo

…währenddessen gegen 01:30 Uhr in der Kellerbühne: Monobo Son spielten als letzte Band des Abends in der Kellerbühne und bekamen einfach nicht genug! Der Raum war immer noch ordentlich gefüllt und die Band legte eine unermüdliche Spielfreude an den Tag. Zugabe auf Zugabe auf Zugabe folgte. Als sie bereits 15 Minuten überzogen hatten, fragte Sänger Manuel Winbeck, ob sie noch einen Song spielen dürften und nutzte die Gelegenheit schnell eine überzeugende Lobeshymne auf meine liebe Kollegin Hanna von sich zu geben. Da kann dann auch der strengste Stagemanager nicht Nein sagen, denn am Ende geht es bei einem solchen Festival doch um Spaß und Liebe zur Musik, Zeitplan hin oder her. Monobo Son nutzen die Chance und gaben noch einen Song im komplett akustischen Gewand zum Besten und machten sich bald als Marching Band auf den Weg durch die Kellerbühne bis sie die letzten Töne auf der obersten Ebene unseres kleinen Amphitheaters verklingen ließen. Ich habe noch nie eine Band diesen Raum so brilliant für sich nutzen sehen. Das Publikum dankte mit tosendem Applaus und hinterließ Band und Crew mit einem zufriedenen Lächeln zurück. Danke für diesen tollen Moment!

Text: Lorena (E-Werk Azubi, Stagemanagerin im Tanz-Werk)
Foto Leyya: Alba Wilczek /  Foto 3Plusss, Trouble Orchestra & Monobo Son: DeBing  Photography

Hier geht’s zu Teil 2 unseres Festivalberichts.

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