Nachgefragt: Dennis Kobylinski

An einem warmen Sommertag 2016 traf ich mich mit Dennis Kobylinski im Skulpturengarten am Burgberg Erlangen. Über den Dächern der Stadt erzählte der ehemalige 5 Star Valley Gitarrist von seinen musikalischen Anfängen, seiner Liebe für das gesungene Wort und der Balance zwischen monetären Musikerproblemen und der puren Lust am Musizieren.

Weshalb hast du dich nach der Trennung von 5 Star Valley dazu entschieden ein  Soloprojekt mit Backupband zu starten anstatt eine neue Band zu gründen?
Ich habe drei Jahre lang in der Rockband 5 Star Valley unter anderem zusammen mit Milan Lukaschek von The Variety Show gespielt. Dadurch habe ich das Bandleben anfänglich kennengelernt. Allerdings ging mir irgendwann dieses ganze Gepose und Solieren auf die Nerven, weswegen ich mich dazu entschied schlichter zu werden und den Fokus auf das gesungene Wort zu legen. Dadurch entstand die Idee als Dennis Kobylinski nun Folk zu machen.

War die Auswahl der Instrumentierung deiner Backupband von Anfang an bewusst von dir getroffen oder haben sich deine Mitmusiker zufällig zusammengefunden?
Ich hatte von Anfang an einen gewissen Sound im Ohr und habe auf dem Album im Prinzip jedem Mitmusiker seine Rolle zugeteilt.

Dennis_2.JPG
Von r.n.l.: Emma Deutsch, Rosalina Biolan, Markus Backer, Dennis Kobylinski und Arnold Graef

Ist es dein Wunsch öfters mit verschienden Gastmusikern zusammen zu spielen oder möchtest du die aktuelle Besetzung gerne aufrecht erhalten?
Ich bin jemand, der immer auf langfristige Sachen aus ist. Das bezieht sich auch auf meine Mitmusiker. Allerdings wechselt die Besetzung cennoch öfters, das liegt meist nicht an persönlichen Differenzen sondern oftmals am fehlenden Geld. Da entstehen manchmal schon Diskussionen, wenn es nur 50,- Euro Gage gibt. Für mich ist das kein Hindernis, ich spiele immer gerne, aber gerade Musiker die versuchen von ihrer Musik zu leben haben es heutzutage schwer.

Auf seinem Album behandelt Dennis Kobylinski thematisch die Geschichte eines jungen Mannes, der trotz vieler Zweifel seinem Fernweh nachgibt und loszieht um sein Glück zu finden. Auf seinem Weg findet er eine goldene Münze, welche die Möglichkeit symbolisiert sich alles kaufen zu können was man begehrt. Dann trifft er auf einen sechsarmigen Hütchenspieler und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Inwiefern kannst du dich mit dem Protagonisten deines Albums identifizieren? Kann man die Geschichte als autobiografisch bezeichnen?
Es ist zweifelsohne autobiografisch und basiert auf meinen inneren Wünschen. Man könnte die Geschicht allerdings mit dem Zitat von Gandalf (Der Hobbit) beschreiben „Jede gute Geschichte hat es verdient, ausgeschmückt zu werden.“

Denkst du, dass dein Glück ebenfalls fernab von unserer Region liegt und du deinen Erfolg in einer Musikmetropole zu finden glaubst?
Es geht nicht unbedingt um den Erfolg, mein Fernweh beruht viel mehr auf dem Wunsch Gleichgesinnte zu treffen. Mich erfüllt und inspiriert es, mich mit anderen Musikern zu umgeben. Da ist Berlin definitiv ein Ort, wo es mich immer wieder hinzieht.

Dennis K_Presse
Auf seinem Weg findet er eine goldene Münze, welche die Möglichkeit symbolisiert sich alles kaufen zu können was man begehrt.

Ist für dich DIY die einzig wahre Rangehensweise oder strebst du danach ein Label, Management oder eine Bookingagentur an deiner Seite zu haben?
Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man die Ruder möglichst lange selbst in der Hand halten sollte, um auch selbst zu wissen wie die Dinge funktionieren. Auf der anderen Seite kommt irgendwann der Punkt, an dem man Sachen abgeben muss und Hilfe braucht. Ich denke, dass ich schon an dem Punkt bin und würde mich freuen ein passendes Label zu finden.

Siehst du hier in der Region genug potenzielle Unterstützer in Form von Agenturen und Labels?
Ob es genügend Möglichkeiten gibt, weiß ich nicht genau. Also es gibt schon einige Labels und Agenturen, bei denen ich mich auch noch vorstellen möchte. Allerdings gibt es gerade für das Genre Folk scheinbar wenige Ansprechpartner. Ich bin gespannt wie sich die Suche nach passenden Partnern für mich gestalten wird.

Du hast bereits einen Großteil der hiesigen Locations bespielt. Gibt es aus deiner Sicht eine Location in der man hier in Mittelfranken unbedingt mal gespielt haben muss?
Also ganz ehrlich: Die Kellerbühne im E-Werk ist schon ein kleiner Traum für mich, gerade weil das Publikum wie in einem Amphitheater über der Bühne sitzt. Allerdings war es auch toll mal im Hirsch zu spielen.

Gibt es auch negative Erfahrungen und Umstände unter denen du nicht nochmal spielen möchtest?
Vor kurzem habe ich im Z-Bau Biergarten gespielt. Da gab es leider keine Anlage und ich tue mich bei gänzlich akustischen Auftritten aufgrund meiner tiefen Stimme und des Fingerpickings schon schwer gegen Konbtrabass und Geige anzukommen.

Wenn man sich deinen Onlineauftritt anschaut, bekommt man einen sehr professionellen Eindruck vermittelt. Wie wichtig ist dir deine Selbstdarstellung?
Mir war es sehr wichtig, dass von Anfang an ein Gesamtpaket da ist. Eine Website, ein mit Liebe gemachtes Studioaulbum und ein damit verbundenes Design. Sein Image kann man denke ich nicht selbst festlegen, da dies doch eher vom Publikum zugewiesen wird. Als Solokünstler nicht selbstdarstellerisch zu sein, ist allerdings auch schwer, da man als Frontmann schon vordergründig präsent sein muss.

Welche Ziele hast du mit dem Projekt „Dennis Kobylinski“?
Es ist definitiv mehr als nur ein Hobby. Ich würde mir wünschen, irgendwann von der Musik leben zu können. Darüberhinaus ist es auch mein Ziel den Leuten bei meinen Konzerten eine gute Zeit zu bescheren, gute Gespräche nach den Shows zu führen und sie mit meiner Musik aus dem Alltag rauszuholen.

Wenn du jemanden davon überzeugen müsstest zu deinem Konzert zu kommen, wie würdest du dies anstellen?
Ich denke mal, dass ich mich mit demjenigen eine gute Flasche Whiskey  trinken würde und währenddessen meine Musik für sich selbst sprechen lassen würde.

Wie würdest du deine Musik mit drei Worten beschreiben?
A bluesy folk adventure.

Weitere Infos: www.facebook.com/DennisKobylinski

Interview, Fotos & Videosession: Lorena Seipp
Pressefotos: miguel michaelis | Photography

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s