The Variety Show in Russland – Tourtagebuch (Teil 1)

„Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du beruflich nach Russland reisen wirst?“ Antwort: „1 zu 2294“

Das Schicksal und die Kulturförderung der Stadt Erlangen haben der geringen Wahrscheinlichkeit glücklicherweise getrotzt und mir die Möglichkeit gegeben mit der Nürnberger Band The Variety Show in die 2294 km entfernte russische Stadt Wladimir zu touren.

Der Grundstein für diese Reise wurde im Sound Of My City Gründungsort, dem E-Werk gelegt. Dort setzten sich The Variety Show beim Finale des Newcomer Festivals, welches ich seit 2014 mitorganisiere, gegen 15 andere Bands als Publikums- und Jurylieblinge durch. Als Publikumsvotingpreis können wir, dank der Kulturförderung, jedes Jahr eine Band in Erlangens Partnerstadt Wladimir schicken. Somit reisten Milan, Paul, Chris und ich vom 15.09. – 19.09.2016 nach Russland.

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Milan, Chris, Paul und Lorena in Suzdal


Donnerstag, 15.09.2016
Um 5:20 begann die Reise in der U2 Richtung Russland mit Koffern, Gitarren und Kameras bewaffnet. Unser Flugzeug hob um 8:20 Uhr in Nürnberg ab und entließ uns gegen 17:00 Uhr ins kalte und regnerische Moskau. Dort lernten wir unverzüglich unseren Guide und Dolmetscher Stanislav vom Amt für ausländische Beziehungen der Stadt Wladimir kennen. Stanislav hat einige Jahre in Amerika gelebt und spricht dementsprechend relativ fließend Englisch. Unser Busfahrer Igor dagegen lenkte uns aufgrund der Sprachbarriere schweigend über die holprigen Straßen, währendem wir uns mit Stanislav über Autos, Musik und allerlei andere Dinge unterhielten. Wir stolperten nach einer langen Anreise um ca 01:00 in unser zentral gelegenes Hotel namens Orion, vereinbarten noch eine Startzeit für den kommenden Tag und ließen uns erschöpft in die Betten unserer überaus schönen Zimmer fallen.

Freitag, 16.09.2016
Stanislav holte uns um 11:30 Uhr in der Hotellobby ab. Der heutige Tag sollte uns in die ungefähr 30 Autominuten entfernte Stadt Susdal führen, dort fand an diesem Wochenende das Medawucha Fest statt. Medawucha ist ein honighaltiges Getränk aus Suzdal, welches wir im Verlauf des Tages ausreichend genießen durften. Wir machten einen entspannten Spaziergang durch die Stadt, bewunderten die russische Architektur und Chris und ich wechselten uns beim Fotografieren ab.

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Stanislav, Paul, Milan und Lorena beim Spaziergang durch die Stadt Suzdal

Zum krönenden Abschluss unseres Aufenthalts in Suzdal stiegen wir an Bord eines Flusstaxis. Außer uns waren keine weiteren Passagiere auf dem Floß, somit konnten wir die Fahrt in Ruhe genießen. Die Kunst des gemeinsamen stillen Genießens, habe ich durch unsere kleine Reisegruppe zu schätzen gelernt. Die drei Musiker und ich waren uns scheinbar einig, dass man gewisse Dinge ohne Worte auf sich wirken lassen sollte. So auch die für uns fremde Umgebung, in die wir in angenehm schweigsamer Runde eintauchten.

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Fahrt mit dem Flusstaxi in Susdal

Beim vielen Warten und Busfahren redeten wir  meist über die neugewonnenen Eindrücke und unterhielten uns oft über die Balance zwischen der zunehmenden Bürokratie im Musikbusiness und der Freiheit des Musizierens. Für mich als Konzertveranstalterin war dieser intensive Blick hinter die Kulissen einer jungen, aufstrebenden Band sehr wertvoll. Durch die umfangreiche Dokumentation der Reise (900 Fotos, hell yeah!) sammelte ich außerdem nach und nach mehr Erfahrung im Bereich der Fotografie.

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Milan und Paul auf dem Flusstaxi

Als wir am Freitagabend wieder in Wladimir ankamen, ließ ich die Kameras allerdings im Hotel zurück. Zum Abschluss des zweiten Tages fanden wir uns nämlich in einem überaus angenehmen Etablissement ein um mit den Einheimischen eine ausgiebige Verköstigung des russischen Nationalgetränks zu zelebrieren. Die unendliche Gastfreundschaft der Kellnerinnen und Barbesucher war überwältigend. Wir wurden von allen Seiten umsorgt, lernten eine Menge netter Leute kennen und schafften es Dank Übersetzer-App und wildem Gestikulieren auch mit Menschen zu kommunizieren, die weder deutsch noch englisch sprachen. Ваше здоровье!

Text: Lorena Seipp
Fotos: 1: Stanislav // 2: Chris // Titelbild, 3 + 4:  Lorena
Band: The Variety Show – www.facebook.com/the.variety.show.official

Hier geht es zu Teil 2 des Tourtagebuchs.

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7 Kommentare zu „The Variety Show in Russland – Tourtagebuch (Teil 1)“

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