The Variety Show in Russland – Tourtagebuch (Teil 2)

Im zweiten Teil des Russland-Tourtagebuchs mischen wir uns unter das Publikum des Stadtfestes in Wladimir, erleben euphorische, russische Fans und beenden den ereignisreichen Tag auf sehr unterhaltsame Weise.

Samstag, 17.09.2016
Die Stadt Wladimir zelebriert einmal im Jahr ein großes Stadtfest. An diesem Tag gibt es auf vielen Bühnen allerlei musikalische und tänzerische Darbietungen. Außerdem sind zu diesem Anlass in der ganzen Stadt diverse Attraktionen und Stände aufgebaut und die Menschen strömen in Scharen durch die Straßen. Der Tag der Stadt Wladimir ist vergleichbar mit dem Bardentreffen Nürnberg und wie auch beim diesjährigen Bardentreffen, sollten The Variety Show auf der Bühne der lokalen Bands spielen.

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Wir verließen das Hotel zusammen mit Stanislav gegen 11:30 Uhr, natürlich waren wir nach dem gestrigen Abend allesamt topfit und gespannt auf unsere Tour durch die Stadt und den anstehenden Auftritt. Zuerst liefen wir zur Hauptbühne, auf der russische Trachtentänze aufgeführt wurden. Es waren viele Kamerateams unterwegs und dokumentierten das Event. Stanislav führte uns dann zur nahegelegen Navity Monastery. Ein wirklich imposantes kirchliches Bauwerk auf einem Hügel. Hinter dem Gebäude gab es eine Plattform von der man einen beeindruckenden Ausblick auf die Landschaft hatte.

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Nachdem wir noch einige Stunden durch die überaus sauberen Straßen Wladimirs gelaufen waren, fanden wir uns wieder im Hotel ein um zu Mittag zu essen und die Gitarren abzuholen. The Variety Show sollten am frühen Abend an der Georgenstraße spielen. Die Location entpuppte sich, als wir dort gegen 15:00 Uhr ankamen, als Aussichtsplattform mit einer ebenerdigen Bühne über der ein Mastertent aufgebaut war. Auf dem Plateau lernten wir dann Stanislavs Freund Konstantin kennen, der ziemlich gut Deutsch sprechen konnte, da er schon viele Reisen durch Deutschland unternommen hatte. Wenn man ihm so zuhörte, schien Konst ein ziemlich großer Fan des fränkischen Bieres zu sein. Nach einer kurzen Unterhaltung wanden wir unsere Aufmerksamkeit wieder dem anstehenden Konzert zu. Verstärker und ein Drumset waren bereits aufgebaut, allerdings war ein richtiger Soundcheck vorerst nicht möglich, da keine Snare und keine Becken vorhanden waren und Schlagzeuger Paul vorab die Info bekommen hatte, dass er kein eigenes Equipment mitnehmen muss. Tontechniker Andrey kümmerte sich netter Weise um uns und orderte schnell Becken und Snare von einer der anderen Bands. Bis die Backline komplett war, nutzten wir die Zeit und die angenehmen Temperaturen um ein bisschen im Backstage zu chillen.

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Das benötigte Equipment wurde währendem die zweite Bands des Tages bereits spielte vom Drummer von Free Fire gebracht, der Band des 12-Jährigen Sascha Usenko, der im November im E-Werk Erlangen spielen wird. Paul schraubte dann die Qualität der aktuell spielenden Band namens  ПопКорн (deutsch: Popcorn) hoch, als er seine Becken im Hintergrund montierte. Gegen 17:00 Uhr spielten dann Free Fire. Vor der Bühne fanden sich, in dem ungefähr 120 Personen umfassenden Publikum schätzungsweise 20 Fotografen ein um den jüngsten Rockstar Wladimirs abzulichten. An der E-Gitarre begleitet wurde der 12-Jährige Sascha Usenko von Dimitrij von der Band o.n.e., die vor einigen Jahren bereits zu Gast beim Newcomer Festival im erlanger E-Werk waren. Im November kommen Free Fire dann (wieder) nach Erlangen um am 24.11. beim Umsonst und Drinnen Club und am 26.11.2016 beim Newcomer Festival Finale zu spielen.

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Nachdem Free Fire ihr Set beim Stadtfest beendeten und wir uns beim Tee trinken in einem schönen Café aufgewärmt hatten, war es für The Variety Show an der Zeit das Bühnenzelt zu entern und mit ihrer Musik der Kälte zu trotzen. In der malerischen Kulisse des Plateaus hatte sich eine kleine Traube Menschen eingefunden um der einzigen deutschen Band des Tages zu lauschen. Nachdem ich die drei fränkischen Musiker bereits bei ihren Albumaufnahmen im Red Audio Studio besucht hatte, bekam ich nun zum ersten Mal die Chance die neuen Songs live zu hören. Sowohl überaus exzessiv, als auch ruhig und melancholisch zelebrierte das Trio ein sehr gutes Konzert. Auch wenn die kleine PA dabei eindeutig an ihre Grenzen kam.

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Die Zuschauer quittierten den gelungenen Auftritt, in dem sie alle CDs der Band schnellstmöglich an sich rissen. Im Anschluss an ihr Set gaben die Jungs noch einige Autogramme und ließen sich mit den Fans fotografieren. Beim Abbauen erfuhren wir dann von Techniker Andrey, dass er am kommenden Tag mit seiner Band als Support für The Variety Show in Murom spielen würde.

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Wir verabschiedeten uns herzlich und begaben uns gemeinsam mit Stanislav auf den kurzen Weg in Richtung unseres Hotels. Ziemlich geschafft nach diesem langen, kalten Tag beschlossen wir dann nach einem kurzen Nickerchen wieder zur Hauptbühne des Stadtfests zu gehen um uns gegen 22:00 Uhr den Headliner des Festivals anzuschauen. Da die Flyer natürlich auf russisch verfasst waren, wussten wir nicht was uns dort erwarten würde.

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Die Musikerin, die in Begleitung einer Backingband auftrat, coverte bekannte Pop- und Rocksongs. Die Bühnenshow war soweit nett anzusehen, doch bald beschlossen wir, uns einen Weg durch die Konzertmenge zu bahnen und unsere durchgefrorenen Körper in eine Bar zu schwingen. Bei unserem Lauf durch das Publikum bemerkten wir, dass niemand in der Gegenwart der zahlreichen Polizisten Alkohol trank. Stanislav hatte uns bereits am Vortag erklärt, dass es in Russland verboten sei in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Dies galt offensichtlich auch während des Stadtfestes. Als wir endlich eine Bar gefunden hatten, ließen wir uns müde in die bequemen Sitzgelegenheiten sinken. Die Auswahl an 40 internationalen Biersorten in Kombination mit Thors Trinkspiel und dem zuvorkommenden Barkeeper sorgte für einen heiteren Abschluss dieses eindrucksvollen Tages. Mit Vorfreude auf den am kommenden Tag anstehenden Gig in Murom begaben wir uns irgendwann in unsere Hotelbetten.

Text & Fotos: Lorena Seipp
Bandseite: Facebook.com/the.variety.show.official

Zum ersten Teil des Tourtagebuches geht es hier entlang.
Den dritten Teil des Tourtagebuches findet ihr hier.

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4 Kommentare zu „The Variety Show in Russland – Tourtagebuch (Teil 2)“

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