Nürnberg Pop 2016 – Review

19 Locations und knapp 50 Künstler in der Nürnberg Innenstadt. Das sind die Eckdaten des sechsten Nürnberg Pop Festivals, das am vergangenen Samstag stattfand.

Für mich war es das erste Mal und ich war schier überwältigt, von den vielen verschiedenen Bands und außergewöhnlichen Locations. Was soll man sich da denn alles anschauen? Meine Auswahl war schnell getroffen: nichts Bekanntes – nur Neues & einfach treibenlassen, lautete die Devise für meinen Abend.

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Linda Rum im Club Stereo

Wie durch Zufall war mein erster Zwischenstopp doch etwas Normales, fast schon zu Alltägliches: das Stereo in der Klaragasse. Als erste Band spielte dort Linda Rum. Noch nie gehört, aber mit Cello und Synthies, klingt aufregend und hat mich sofort beim ersten Song abgeholt und für sich begeistert. Ein kleines Energiebündel mit einer kraftvollen Stimme. Leider klangen die Ansagen zwischen den Songs schüchtern, fast schon verängstigt und haben für mich so die Bühnenpräsenz etwas kaputt gemacht.

Aber schnell weiter ging’s in die Klarakirche. The Green Apple Sea begannen ihr Konzert mitten im kleinen, aber voll gepackten Kirchenraum bei einem Song ohne Mikro und Verstärker, wechselten jedoch schnell in den Altarraum und versuchten diesen mit ihren Folk und Country-Klängen zu füllen. Leider machte die Akustik dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung und die Musik kam sehr verwaschen rüber.

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Klarakirche – eine der besonderen Locations

Lesung und Musik, das verbanden Tiere streicheln Menschen im Keller des Neuen Museums. Auch wenn der Texteschreiber Gotti zu Beginn des Auftritts noch sehr ungehalten wirke, lockerte sich die Stimmung im Laufe der Zeit. Die sind aber auch wirklich witzig und bilden die Ausnahme der Nichts-Bekanntes-Nur-Neues-Regel, denn ich hatte sie bereits ein Jahr zuvor schon in Nürnberg gesehen. Es war den Besuch wert. Die obligatorische Diashow am Ende habe ich mir gespart, denn ich wollte weiter in den Keller von Crämer&Co.

Impala Ray macht Gute-Laune-Sommer-Musik direkt aus dem bayerischen Herzen und so ein bisschen Tanzen wollte ich eigentlich schon. Im Keller des Crämer&Co spielte sich jedoch etwas ab, was mir vorher noch nie passiert war: die Anlage war leiser als das Publikum. Ob das nun an der Anlage oder am niedrigen Kellerraum lag, lies sich leider nicht feststellen.  Nach nur fünf Minuten ging’s wieder auf die mittlerer weile sehr kalten nürnberger  Straßen.

Nach einer kleinen Stärkung ab ins Kater Murr und zu The Same damit meine Tanzbeine endlich Ruhe geben konnten und da waren sie und ich genau richtig. Die jungen Nürnberger, die alte Musik machen – einfach klasse und zog sowohl junges, als auch älteres Publikum an.

Von Die japanische Clubjacke hatte ich von Freunden schon so einiges gehört und gab mir das zweite Live-Set im Zentralcafe. Drei Leute in orangenen Jumpsuits und lustigen Kopfbedeckungen, der Raum voll Nebel und buntem Licht dazu Beats und Synthie-Sounds, genau richtig für Samstag Nacht halb zwei.

Kytes sollten eigentlich den Abend für mich abschließen, aber um kurz vor zwei Uhr war am Festsaal bereits Einlassstopp. Schade eigentlich, denn die Indie-Münchner wollte ich mir schon anschauen, naja, dann kam ich halt früher ins Bett.

 Fazit:

Nürnberg Pop kann viele Dinge und viele Dinge auch nicht. Es ist schon fast eine Institution in Nürnberg und schafft es mit einem vielfältigen  Programm sowohl regionale als auch überregionale Acts in die Stadt zu bringen. Die Auftrittsorte reichen von etabliert bis zu besonders und die kurzen Wege ermöglichen es schnell von A nach B zu kommen. Allerdings kann das vollgepackte Programm auch zum Problem. Wer nicht plant, der nicht gewinnt. Es gibt viele Überschneidungen und manchmal ist der Laden so voll, dass man entweder nicht reinkommt oder nichts mitbekommt. Da kann schnell Frust aufkommen. Wenn man sich allerdings eine Strategie zulegt, dann ist das zu bewältigen und es ist egal, ob sie krass durchgeplant oder spontaner Natur ist. Wer also gut zur Fuß ist und sich gerne von neuen Musikern überraschen lassen will, der ist auf dem Nürnberg Pop genau richtig und ich freue mich schon aufs nächste Mal.

Fotos vom Nürnberg Pop gibt’s übrigens demnächst genau hier auf dem Blog, also stay tuned!

Text: Lea Kiehlmeier
Foto Header: Susann Muth
Fotos: Lea Kiehlmeier

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