Ein Spaziergang im Park mit We Brought A Penguin

We Brought A Penguin haben am Samstag, den 04.05.2019 ihr neues Album „Vital Signs“ veröffentlicht. Wir nutzten die neue Veröffentlichung als Anlass um die Band zum Interview in den Stadtpark Fürth einzuladen.

We Brought A  Penguin aka Johannes „Hannes“ Weichelt und Patrick Reif haben sich mit ihrem Lo-Fi Indie Folk hier in der Region bereits einen Namen als Duo gemacht, im Enstehungsprozess des neuen Albums haben sie sich nun zu einem Quartett formiert. „Gerade auf größeren Bühnen fühlten wir uns als Duo nackt, da ist es nun wesentlich angenehmer neben den beiden Gitarren auch noch Schlagzeug und Bass im Rücken zu haben.“, begründet Sänger und Gitarrist Hannes die Entscheidung die Bandbesetzung zu erweitern. Die neue Besetzung besteht mit Christoph Schaffelhuber am Schlagzeug und Anka Slavik (u.a. nobutthefrog) am Bass bereits seit Ende 2018. Allerdings war lediglich Anka an den Aufnahmen zu „Vital Signs“ beteiligt. Auf dem Longplayer ist Jonas Hauselt (u.a. A Tale Of Golden Keys) am Schlagzeug zu hören.

We Brought A Penguin (c) Lorena Seipp (1)
We Brought A Penguin: Johannes „Hannes“ Weichelt (links) und Patrick Reif im Stadtparkcafé Fürth (c) Lorena Seipp

Der Sound des Albums bewegt sich musikalisch weg vom gewohnten Lo-Fi Indie Folk hin zu surfigem Indiepop, doch es hat auch seine ruhigen gitarrenlastigen Parts und ist dem Lo-Fi Sound des ehemaligen Duos an vielen Stellen treu geblieben. „Trotz unserer Liebe zum Lo-Fi würden wir ja gerne mal eine High End Studioaufnahme haben, aber dazu fehlt uns einfach das Geld“, merkt Hannes an. Gitarrist Patrick entgegnet trotzig: „Wir sind aber sehr zufrieden und echt stolz auf unser neues Album! An manchen Stellen haben wir uns sehr bewusst für den Lo-Fi Sound entschieden.“

Die Songs des Albums erzählen sowohl kleine Alltagsgeschichten, als auch große Geschichten von Fernweh, dem Wunsch immer weiter zu reisen und den damit verbundenen Problemen. „I miss all this, being on the road.“ Einige der Songs sind auf Hannes‘ Reisen entstanden. Besonders der Aufenthalt in Kalifornien hat sich positiv auf das Songwriting für We Brought A Penguin ausgewirkt: „Als ich in Dresden gewohnt habe, bastelte ich eigentlich nur an Songs für mein Soloprojekt. Erst auf Reisen habe ich dann wieder Songs für We Brought A Penguin geschrieben“ Diese Songs zu denen u.a. der oben zitierte „California Dreams“ gehört, hat das Duo dann nach Hannes Rückkehr in Nürnberg vervollständigt und im Zuge dessen an weiteren Songs für den Longplayer gearbeitet. Insgesamt zwölf Songs sind so zwischen Kalifornien und Nürnberg entstanden und schmücken nun die neue Veröffentlichung von We Brought A Penguin.

We Brought A Penguin (c) Lorena Seipp (3)

Doch wo wollen We Brought A Penguin mit ihrer Indieproduktion hin?  Dieser Frage begegnen die beiden Pinguine recht entspannt: Das stetige, langsame Wachstum des Projektes sei schön zu beobachten und das Wembley Stadium sei nie ihr Ziel gewesen, meint Hannes. Man wolle eben einfach immer ein Stück professioneller werden und dabei keine allzu großen Sprünge machen. Sein Bandkollege pflichtet dem bei: „Wir schauen einfach mal wo es hingeht, nun wollen wir erstmal unser neues Album unter die Leute bringen.“

Ist Nürnberg überhaupt ein guter Standort um mit seiner Musik durchzustarten? Generell sehen die beiden Nürnberg als guten Standort für MusikerInnen in ihrer Größenordnung. Man könne sich schnell gut vernetzen und durch die Freundschaften zu anderen MusikerInnen dann auch mal gemeinsame kleine Touren auf die Beine stellen. „Aber dann hört es auch schon auf! Wenn man eine Agentur braucht, gibt es hier in der Region leider kaum Angebot.“, wirft Hannes ein. Wenn man wirklich erfolgreich werden will und von der Musik leben möchte, müsse man wegziehen,  ist seine These. „Die Förderungsstrukturen sind hier einfach zu schwach, das Paradebeispiel ist ja Mannheim – die sind in Bezug auf Musikförderung super aufgestellt. Hier ist es halt gedeckelt, im kleinen Rahmen gibt es hier dank unter anderem POP ROT WEISS gute Förderung, aber das reicht dann für eine wirkliche Karriere im Musikbusiness leider nicht aus.“ Auf der anderen Seite sieht Hannes auch sehr viel Potenzial in Nürnberg: „Ich habe das Gefühl, dass es in Nürnberg viel zu bewegen und zu entdecken gibt, ich will Teil dieser Bewegung zur Verbesserung der Jugendkultur und Musiklandschaft sein. Deswegen wohne ich wieder hier in Nürnberg.“ Dieses Engagement zeigt sich bei den beiden in diversen Veranstaltungsformaten, sie veranstalten unter anderem das Gorillafestival, das Tellerrand Festival und erstmalig in diesem Jahr das Schere Stein Musik Festival.

We Brought A Penguin (c) Lorena Seipp (4)

Abgesehen von diesem Engagement im Veranstaltungsbereich, scheint es bei We Brought A Penguin in Sachen Engagement für eigene Touren eher entspannt zuzugehen. Dass Förderprojekte alleine noch keine erfolgreichen Bands geschaffen haben und man sich für Erfolg im Musikbusiness den Arsch abtouren muss, dürfte mittlerweile gemeinhin bekannt sein. Wie schaut denn der Tourplan von We Brought A Penguin aus? Auf diese Frage lenkt Patrick schnell ein, touren sei beruflich bedingt immer schwierig und eigentlich kämen nur die Ferien so richtig für lange Touren in Frage. Aber es stehen immer wieder Konzerte an, ein paar im Frühjahr und Sommer und dann wieder einige im Herbst. Intensives Touren ist nicht in Sicht. Dennoch sind sich We Brought A Penguin einig, dass ihre Musik in erster Linie für die Bühne gemacht ist, die Studioarbeit sei mehr Mittel zum Zweck um die aufgenommenen Songs dann wieder live zu spielen. Man darf gespannt sein, wie das ehemalige Duo nun im Quartett live überzeugt. Nach eigener Aussagen sind We Brought A Penguin nun „einfach vier bescheuerte Leute, die auf der Bühne Spaß haben und versuchen gute Musik zu spielen.“

Demnächst kann man sich bei folgenden Shows davon überzeugen:
10.05. Unter einem Dach Festival /// E-Werk, Erlangen
24.05. Tellerrand Festival /// Dormitz

Album „Vital Signs“ auf Spotify hier klicken.

We Brought A Penguin online: www.facebook.com/webroughtapenguin

Single „Louder In The Dark“:

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