Trixsi – Frau Gott

Was haben Love A, Findus, Herrenmagazin und Jupiter Jones gemeinsam? Sie sind alle bekannte Vertreter des deutsprachigen Indies. Was noch? Ihre (ehemaligen) Mitglieder formen die Band Trixsi!

Schlagzeug: Paul Konopacka (Herrenmagazin) / Bass: Klaus Hoffmann (ex-Jupiter Jones, Barner 16) / Gitarre: Kristian Kühl (ex Findus) / Gitarre: Torben Leske (Herrenmagazin) / Gesang: Jörkk Mechenbier (Love A, Schreng Schreng & La La). In dieser Konstellation ist nun das Album „Frau Gott“ erschienen.

Das Erstlingswerk von Trixsi klingt aufgrund der jahrelangen Banderfahrung seiner Schaffer kaum wie ein Debütalbum. Man könnte befürchten, dass die Band durch Jörkk Mechenbiers eindringliche Stimme wie ein Abklatsch seiner Hauptband Love A klingt, doch Trixsi schaffen es ihren eigenen Sound zu kreieren. Sie wandern auf eigenen Graden zwischen Indie, Power-Pop und Rock. Weniger wütend als bei Love A, aber nicht weniger kritisch besingt Jörkk Mechenbier die großen und kleinen Probleme dieser Welt.

Der schwerfällige Titelsong des Albums berichtet von einem erträumten Treffen mit Gott: „Ich habe von Gott geträumt / Sie war schwarz, sie war lesbisch und sie war ziemlich müde / Sie hat mich angeschnautzt / Und gesagt, sie käme mit dem ganzen Scheiss nicht mehr alleine klar“ In den weiteren Zeilen des Songs wird der dramatische Zustand der Erde beschrieben: Waldsterben, Ozeane voller Plastik, Schulen aus Asbest, Geldsorgen und viele andere Themen werden in resigniertem Tonfall geschildert.

Den Kontrast dazu bildet sowohl textlich als auch musikalisch der Selbstoptimierer-Song „Ab Morgen“. Dieser galoppiert gut gelaunt dahin, während Mechenbier sarkastisch verlauten lässt: „Ab morgen steh‘ ich früher auf / Ab morgen seh‘ ich besser aus / Ab morgen bin ich nie mehr ich selbst“. Das Stück scheint eine Parodie des Influencer-Schein-Lebens zu sein: Perfektion und Selbstverbesserung statt Ecken und Kanten. Vorgeben jemand zu sein, der man nie sein wird.

Das ganze Album trieft nur so vor Sarkasmus: Von „Autobahn“, der das lächerliche Leben der geschäftigen Autobahn-Raser in den Dreck zieht über den Kapitalismus Kritiker „Wannabe“ bis hinzu einem der stärksten Tracks des Albums „Menschen“ auf dem Jörkk Mechenbier endlos über die albernen Unannehmlichkeiten des Menschseins schwadroniert. Fazit: „Alles was die Menschen tun ist traurig / Weil sie nicht wissen wie das Glücklichsein geht“.

Am Ende verfällt die Band dann noch für 80 Sekunden dem Punkrock. In IroCityExpress heißt es da: „Man kann nicht immer nur Trixsi hören und diesen Hamburg hippen Scheiß / Das hält doch wirklich keiner aus / Ich brauch‘ nen richtig fetten Punkrock-Song mit Strophe und Refrain / Tut mir sehr leid so sieht das aus / Ich will nur Punkrock jeden Tag„.

Auf den Punkt gebracht: Trixsi haben ein souverän klingendes und doch erfrischendes Debütalbum veröffentlicht, das Fans der Hambugerschule zu befriedigen weiß.

Label: Glitterhouse Records
VÖ: 26.06.2020

Link zur Band:
www.facebook.com/trixsiband
www.instagram.com/trixsiband

Beitragsbild (c) Glitterhouse Records

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