Interview mit The Black Elephant Band

Die vergangenen Monate waren hart für MusikerInnen. Im Interview erzählt Jan Bratenstein aka. The Black Elephant Band wie es ihm ergangen ist, wie der Release seines Albums „A Masterpiece of Indecision“ von statten geht und wie das Tourleben für ihn weitergehen soll.

Wie würdest du dich in maximal drei Sätzen vorstellen?
The Black Elephant Band // angry antifolk // bearded bluespunk // sassy songwriting

Du hast in den letzten Monaten jeden Sonntag einen Song auf Bandcamp veröffentlicht. Wie ist die Idee für diesen Stück-für-Stück-Release entstanden? Hast du dich schon entschlossen auf welchen Wegen du das komplette Album „A Masterpiece of Indecision“ veröffentlichen möchtest oder bleibt es beim Bandcamp-Release?
Die Idee war eigentlich, dass ich meine Online-Kanäle damit ein bisschen „am Leben“ halten kann und jede Woche quasi „was neues“ habe. Und generell mir selber vorgaukle, dass noch Dinge passieren. Content. Die Songs waren ja da, gepresst und physisch hätten sie aber erst einmal – ohne Live-Auftritte – kein Sinn gemacht. Das scheint sich ja jetzt glücklicherweise langsam zu bessern. Also ja, es werden CDs und gängige Streamingplattformen kommen. Vinyl überlege ich auch, aber das ist halt immer eine finanzielle Frage. Vielleicht etwas später.

War die Corona-Krise hinsichtlich des Songwritings eine Inspirationsquelle oder eher eine Blockade? Wie hast du bisher die Zeit genutzt?
Für Songwriting schon eher blockierend. Es passiert ja nix, was die Inspiration anzündet. Ich habe versucht, Homerecording und Banjo zu erlernen. Mehr oder weniger erfolgreich. Ganz am Anfang habe ich auch mal einen Corona-Song geschrieben und dann schnell gemerkt, dass das nicht nötig ist.

Du bist normalerweise nahezu dauerhaft auf Tour. Wie sehr vermisst du das Touren? Wie planst du aktuell für zukünftige Touren?
Erfreulicherweise sieht mein Herbst momentan sehr vollgestopft mit Touren aus. Das ist natürlich alles sehr fraglich, aber optimistisch gedacht gefällt mir der Blick in den Kalender schon. Es fehlt. Emotional. Für das Selbstwertgefühl. Und dann irgendwann auch finanziell.

Wie sieht für dich die Unterstützung als Künstler in der Corona-Krise aus? Wo sollte deiner Meinung nachgebessert werden?
Als Empfänger der bayrischen Soforthilfe habe ich mich erst einmal glücklich schätzen können. Jetzt herrscht wieder (!) riesige Unsicherheit, ob das eventuell zurückgefordert werden wird, weil ich nicht die „richtigen“ Betriebskosten vorweisen kann. Das wäre ob all der Hilfs- und Mitleidsbekundungen halt ne Riesenschweinerei. Es war und ist schon ein großes Chaos mit den Staatshilfen, da wünsche ich mir momentan vor allem Planungssicherheit und Verständnis für Überforderung (auf beiden Seiten).

Du hast nun bereits einige „Corona-Konzerte“ gespielt. Wie fühlt es sich an unter diesen Umständen und Regeln live zu spielen?
Es kann schon funktionieren, wenn das Wetter mitspielt und man mit echten Menschen kommuniziert, nicht mit Bildschirmen. Da herrscht grade auch mehr spürbare Dankbarkeit von allen Seiten als vor dem Lockdown. Es ist irgendwie noch sehr besonders, wenn mal was passiert. Plötzlich wurde Live-Zeug regelrecht vermisst. Streamingsachen versuche ich aber mittlerweile zu vermeiden.

Worauf freust du dich am meisten, wenn wieder Normalität eingekehrt ist?
GEMA-Listen.

Gibt es noch etwas das du loswerden möchtest?
Support your local scene & businesses. Und denkt mal drüber nach, wie viel Stress und Angst ein bedingungsloses Grundeinkommen uns vielleicht hätte ersparen können und weiterhin kann.

5 Kurze:

Festival oder Club?
Club

Singles oder Alben hu00f6ren?
Album

Vinyl, Streaming oder CD?
CD

Laut oder leise?
Laut

Live oder Studio?
Live

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Beitragsbild (c) Stefan Schacher