Interview mit LionLion

Wie würdet ihr euch in maximal drei Sätzen vorstellen?
LIONLION ist eine Indierock-Band um die beiden eineiigen Zwillingsbrüder Michael & Matthias Rückert. Schnoddriger Britpop der Jahrtausendwende streift sphärische James-Bond-Filmmusik, Sgt. Pepper grüßt freudig die Klangsphären Pink Floyds und alles endet sanft in brachial melancholischer Zuversicht am Fender Rhodes.



Wie geht es euch in Zeiten von Corona?
Gesundheitlich zuallererst (bislang) durchaus prächtig. Ansonsten hat die Pandemie natürlich auch bei uns alles auf den Kopf gestellt. Die Festivalsaison fehlt uns, emotional und finanziell. Sie hätte unser eigentlich für den Sommer geplantes Album „Perspective“ finanziell getragen… Insofern haben wir uns erst einmal ordentlich geschüttelt und setzten nun alles auf die Karte Zuversicht.

Wie seht ihr die Förderung von Künstler*innen aktuell und wo könnte eurer Meinung nachgebessert werden?
Verglichen mit den Größe und Relevanz der Kreativbranche für die Gesellschaft, fühlt man sich teils schon alleine gelassen. Als Band ist das Risiko so oder so schon hoch, die Pandemie hat das Ganze natürlich potenziert. Die Wertigkeit für Musik und Kunst muss steigen, auch von Seiten der Politik, sonst sieht es bald recht trist und öde aus. Wir haben viele Anträge gestellt und ein klein wenig bekommen. Unbürokratischer würde helfen 😉

Ihr habt am 02.07.2020 euer erstes „Corona-Konzert“ vor 50 Personen in der ausverkauften Katharinenruine Nürnberg gespielt. Wie hat sich das angefühlt?
Mit einem Wort: fantastisch. Wir konnten befreit aufspielen, ich glaube man hat uns die Freude angesehen unsere Musik wieder live mit anderen teilen zu können!

Ihr seid dafür bekannt sehr konzeptionell an eure Musik heranzugehen. War die Krise eine Inspirationsquelle oder eher eine Blockade? Wie habt ihr die Zeit genutzt?
Anfangs Schockstarre, aber dann ein „jetzt erst recht“-Gefühl. Dass das geplante Album „Perspective“ heißt hat sich insofern als Ironie des Schicksals entpuppt und passt wie die Faust aufs Auge als Sinnbild für unsere Situation als Band. Langweilig wurde und wird uns definitiv nicht, das Musikvideo für die kommende Single „Much Ado About Nothing“ haben wir in Eigenregie abgedreht und arbeiten am Feinschliff. Der nächste Dreh für die zweite Single ist in 2 Wochen, bislang das größte Projekt was wir in Eigenregie gestemmt haben. Da geht es um den Sinn des Lebens, eine Zeitmaschine, moderne Architektur und 80er Jahre Look.

Ihr habt auf euren Social Media Kanälen angekündigt, dass man sich auf neue Kunst freuen darf. Wann kann man mit neuen Veröffentlichungen rechnen?
Jetzt drehen und doktern wir erst einmal alles gebührend fertig & legen uns dann Mitte August zur Belohnung kurz in die Sonne. Im Herbst kommen dann peu a peu die Singles und wohl anfang nächsten Jahres das Album „Perspective“.

Worauf freut ihr euch am meisten, wenn wieder „Normalität“ eingekehrt ist?
Unser neues Album live spielen zu können! Vergangenes Jahr waren unsere persönlichen Highlights die Konzerte in London und Amsterdam. Insofern freuen wir uns einfach darauf wieder mit unserer Musik unterwegs zu sein.

Gibt es noch etwas das ihr loswerden möchtet? Hasta La Vista

5 KURZE


Festival oder Club? Festival

Singles oder Alben hören? Album

Vinyl, Streaming oder CD? Vinyl

Laut oder leise? Laut

Live oder Studio? Live

Link zur Band: https://lionlionmusic.com/

Titelbild (c) Lee-Roy Bender